ROLEPLAY · WISSENSPORTAL

WISSENSBEREICH / 02

Das richtige Wissen. Griffbereit.

Wirkung, Indikation und Besonderheiten - die vorhandenen Medikamentenkarten übersichtlich aufbereitet.

Roleplay-AusbildungInhalte aus dem bisherigen Projektstand. Keine geprüfte Anleitung für reale medizinische Maßnahmen.
38 Kapitel
01

Jede Medikamentengabe kann mit unerwünschten Wirkungen, Wechselwirkungen und Komplikationen einhergehen. Deshalb ist es wichtig, die Medikamentengabe vorab strukturiert zu hinterfragen. Um sicher zu gehen, dass Sie bei der Applikation (Anwendung) nichts vergessen, gibt es die 6-R-Regel bzw. die 10-R-Regel.
Nach Überprüfung der Indikation gehen Sie sicher, dass es keine Kontraindikation gibt, bzw. der Nutzen über dem Risiko steht. (siehe R-8)

  1. Richtige Person
  2. Richtiges Medikament
  3. Richtige Dosis
  4. Richtige Applikationsform
  5. Richtiger Zeitpunkt
  6. Richtige Dauer der Anwendung
  7. Richtige Aufbewahrung
  8. Richtiges Risikomanagement
  9. Richtige Dokumentation
  10. Richtige Entsorgung


Anschließend klären Sie, sofern möglich, den Patienten über das Medikament auf.
Wenn der Patient einwilligungsfähig ist und einwilligt, lassen Sie zunächst das Medikament durch das Prinzip der 4-Augen-Validation validieren.
Nachdem Sie das Medikament appliziert haben, dokumentieren Sie die Gabe.


02

Sympathomimetikum, Ketocholamin

Indikationen

  • Reanimation
  • Bradykardie
  • Anaphylaxie
  • Pseudokrupp
  • Schock
  • Nasenbluten (getränkte Nasentamponade)

Kontraindikationen

  • Im Notfall KEINE
  • Hypertonie
  • Tachykardie
  • Phächromozytom
  • Hyperthyreose
  • intraarterielle Injektion

Dosierung

  • Reanimation Erwachsene (ALS):
    • Kammerflimmern/pVT: 1mg i.v./i.o. nach der 3. Defibrillation, dann alle 3-5min
    • Asystolie/PEA: 1mg i.v./i.o. so schnell wie möglich
  • Reanimation Kinder (PALS):
    • Kammerflimmern/pVT: 0.01mg/kgKG i.v./i.o. nach der 3. Defibrillation, dann alle 3-5min
    • Asystolie/PEA: 0.01mg/kgKG i.v./i.o. so schnell wie möglich
  • Bradykardie (Erwachsene): 2-10μg/min i.v./i.o. wenn Atropin keine Wirkung
  • Anaphylaxie:
    • Erwachsener: 0.5mg i.m. in die Oberschenkel
    • Kinder (6-12 Jahre): 0.3mg i.m.
    • Kinder (<6 Jahre) 0.15mg i.m.
    • Verneblung (bei Bronchospastik oder Pseudokrupp): 2-4mg pur

Besonderheiten

Bei Symptomen einer Anaphylaxie (Hautrötung, Atembeschwerden, Missempfindungen im Mund und Rachen) schnell handeln -> Adrenalin i.m.
Adrenalin-Autoinjektor ist teilweise in Notfallsets für Allergiker enthalten!

Wirkeintritt/-dauer

Wirkeintritt: 30sek
Wirkdauer: 3-5min

Wirkung

Adrenalin gehört zu den direkten Sympathomimetika
Es wirkt aktivierend auf α1-/β1-/β2-Adrenozeptoren
α1: Vasokonstriktion -> Anstieg des Blutdrucks
β1: Positiv chronotrop (Herzfrequenz ↑), inotrop (Kontraktilität ↑), lusitrop (Erschlaffungsgeschwindigkeit ↑),dromotrop (Erregungsleistung ↑), bathmotrop (Erregbarkeit ↑)
β2: Bronchodilatation

Nebenwirkungen

  1. Tachykarde Herzrhythmusstörung
  2. Hypertonie
  3. Hyperglykämie
  4. Hypokaliämie
  5. Mydriasis
  6. Tremor, Unruhe


03

Antihypertensivum

Indikation

Hypertensiver Notfall bei RR(SYS) >180mmHg oder RR(DIA) >120mmHg
Bei Schlaganfall mit RR(SYS) >220mmHg oder RR(DIA) >120mmHg
CAVE: Bei Schlaganfall: Vorsichtig absenken bis Ziel-RR: 190-200mmHg, um ausreichende Hirnperfusion zu gewährleisten!

Kontraindikation

  1. Aortenisthmusstenose
  2. Arteriovenöser Shunt (z.B. Hämodynamisch aktiver Dialyseshunt)
  3. Überempfindlichkeit

Dosierung

Erwachsene: 10mg langsam i.v. (max. 50mg i.v.)
CAVE: Die Blutdrucksenkung sollte unter laufender Blutdruckkontrolle stattfinden!

Besonderheiten

Keine Reflextachykardie durch zentrale Hemmung des Sympathikus über Serotonin-Rezeptoren
Wirkverstärkung bei gleichzeitiger Gabe von anderen blutdrucksenkenden Medikamenten
TIPP: Der Blutduck sollte in der Regel maximal um 25% vom Ausgangswert gesenkt werden.

Wirkeintritt/-dauer

Wirkeintritt: ca. 4min (i.v. Gabe)
Wirkdauer: ca. 1-3 Stunden

Wirkung

Urapidil wirk über einen Antagonismus an postsynaptischen α1-Rezeptoren der Blutgefäße → Blutdrucksenkung
Stimulation zentraler Serotonin-(5HT1A)-Rezeptoren
→ Hemmung der sympathischen reflektorischen Gegenregulation (Antisympathotonikum)
→ Keine Reflextachykardie

Nebenwirkung

  • Orthostatische Dysregulation (z.B.: Blutdruckabfall beim Positionswechsel vom Liegen zum Stehen)
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Gastrointestinale Beschwerden
  • Übelkeit
  • Müdigkeit


04

Antihypertensivum, Calciumantagonist

Indikation

Hypertensiver Notfall bei RR(SYS) >180mmHg oder RR(DIA) >120mmHg

Kontraindikation

  • Hypotonie
  • Hochgradige Aortenklappenstenose
  • Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)
  • Akutes Koronarsyndrom (ACS), instabile Angina pectoris
  • Akuter Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen)
  • Schwangerschaft (vor der 20.SSW)

Dosierung

Erwachsene: 10-20 mg p.o. als Tropfen oder Kapsel (max. 60mg/Tag)

Besonderheiten

  • Wirkverstärkung bei gleichzeitiger Gabe von anderen blutdrucksenkenden Medikamenten
  • Wirkabschwächung bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin)
  • TIPP: Der Blutdruck sollte in der Regel maximal um 25% com Ausgangswert gesenkt werden.

Wirkeintritt/-dauer

Wirkeintritt: ca. 20-30min
Wirkdauer: ca. 2-3 Std.

Wirkung

Nifidipin blockiert die Ca2+-Kanäle der Gefäße (Calciumantagonist)
→ Vasodilatation an Widerstansgefäßen (v.a. Arteriolen) und an Herzkranzgefäßen
Kein Einfluss auf die Erregungsbildung und -leitung des Herzens

Nebenwirkung

  • Kopfschmerzen
  • Reflextachykardie (durch kompensatorische Sympathikusaktivierung)
  • Knöchelödeme
  • Flush
  • Koronares Steal-Phänomen
  • Selten Gingivhyperplasie


05

Schleifendiuretikum

Indikation

  • Ödeme (Insbesondere kardeales Lungenödem)
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz

Kontraindikation

  • Nierenschädigung mit Anurie
  • Elektrolytstörung (Hyponatriämie, Hypokaliämie)
  • Präkoma / Coma hepaticum mit hepatischer Enzephalopathie
  • Stillzeit
  • Sulfonamid Überempfindlichkeit

Dosierung

  • Erwachsene: 20-40mg i.v. (maximal 1.500mg/Tag)
  • Kinder: 0.5mg/kgKG i.v. (maximal 1mg/kgKG/Tag)

Besonderheiten

  • Langsame i.v.-Injektion (maximal 4mg/min)
  • Verstärkt Digitalis-Wirkung durch Hypokaliämie
  • NSAR (z.B. Acetylsalicylsäure. Ibuprofen) reduzieren die diuretische Wirkung
  • CAVE: Furosemid sollte niemals mit anderen Medikamenten in einer Spritze gemischt werden!

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: Innerhalb von 15min
  • Wirkdauer: ca. 2-6 Std.

Wirkung

  • Furosemid hemmt die Na+-K+-2CL-Cotransporter im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife → Dadurch verbleibt mehr Natrium (und Kalium sowie Chlorid) im Harn und bindet Wasser → Sehr effektive Steigerung der Diurese
  • Furosemid führt bei intravenöser Gabe auch zur Dilatation der venösen Kapazitätsgefäße ("venöses Pooling") → Vorlastsenkung

Nebenwirkung

  • Elektrolytverlust: Natrium↓, Kalium↓, Calcium↓ (Cave: Osteoporose), Magnesium↓
  • Hyperglykämie (Cave: Diabetes - verminderte Antidiabetika-Wirkung)
  • Hyperurikämie (Cave: Gicht)
  • Ototoxisch/Hörstörungen (v.a. bei schneller i.v.-Gabe)
  • Hypovolämie


06

Nitrat, NO-Donator

Indikation

  • Angina pectoris
  • Akutes Koronarsyndrom (ACS)
  • Lungenödem

Kontraindikation

  • Hypotonie (RR(SYS) <90 mmHg)
  • Akutes Kreislaufversagen (z.B. Schock)
  • Einnahme von PDE-V-Hemmern wie Sildenafil
  • Hypertrhophe obstuktive Kardiomyopathie

Dosierung

  • Erwachsene: 0,4-1.2mg = 1-3 Sprühstöße sublingual (1 Sprühstoße = 0.4mg)
  • CAVE: Blutdruckkontrolle

Besonderheiten

  • Keine Kombination mit PDE-V-Hemmern wie Sildenafil (Potenzmittel, Therapie der pulmonalen Hypertonie) → Gefahr von starken Hypotonien
  • Vor sublingualer Applikation i.v.-Zugang legen
  • Vor dem ersten Einsatz in die Luft sprühen bis vollständiger Sprühstoß abgegeben wird
  • Unter die Zunge sprühen. Nicht inhalieren!

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 2-3min
  • Wirkdauer: ca. 20-30min

Wirkung

  • Glyceroltrinitrat führt über eine enzymatische Freisetzung von NO zu einer Aktivierung der Guanylatcyclase, die vermehrt cGMP bildet → cGMP führt über verschiedene Mechanismen zur Vasodilatation
    • Vorlastsenkung durch Dilatation der venösen Kapazitätsgefäße („venöses Pooling“) → Verringerung des myokardialen O2-Verbrauchs
    • Nachlastsenkung durch arterielle Vasodilatation
    • Koronardilatation

Nebenwirkung

  • Nitratkopfschmerz durch Hirngefäßdilatation (intrakranieller Druck steigt)
  • Hypotonie
  • Reflextachykardie
  • Nitrattoleranz


07

Betablocker, Klasse-II-Antiarrhythmikum

Indikation

  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen

Kontraindikation

  • Hypotonie (RR(SYS) <90 mmHg)
  • Bradykardie (< 50 Schläge/min)
  • AV-Block Grad II oder III
  • Schwere obstruktive Lungenerkrankung (Asthma, COPD)
  • Kardiogener Schock
  • Sick-Sinus-Syndrom, SA-Block

Dosierung

  • Erwachsene
    • Initial: 5mg i.v.
    • Wiederholung nach 5-10min (maximal 15mg/Tag)

Besonderheiten

  • Durch die Gabe von Betablockern können die Symptome einer Hypoglykämie (z.B. Tachykardie, Tremor) verschleiert werden → Achtung bei Diabetikern
  • Keine Kombination mit Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ → Gefahr eines AV-Blocks
  • Langsame intravenöse Gabe unter EKG- und Blutdruckkontrolle
  • Bei Überdosierung: Gabe von 0,5-2 mg Atropin i.v. (ggf. Katecholamine, Glukagon)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 5min
  • Wirkdauer: ca. 2 Std

Wirkung

  • Metroprolol ist ein kardioselektiver Betablocker, der die β1-Adrenozeptoren am Herzen hemmt
  • Dadurch wird die Wirkung der Katecholamine, die normalerweise auf diese Rezeptoren wirken, blockiert. → β1-Antagonismus: negativ chronotrop (Herzfrequenz ↓), inotrop (Kontraktilität ↓), dromotrop (Erregungsleitung ↓)
  • In höheren Dosen können auch β2-Adrenorezeptoren gehemmt werden, was zu einer Verengung der Atemwege führen kann (Bronchokonstriktion)

Nebenwirkung

  • Hypotonie
  • Verschlechterung einer Herzinsuffizienzsymptomatik
  • AV-Block
  • Bradykardie
  • Zentrale Nebenwirkungen (Depression, Müdigkeit)
  • Bronchokonstriktion (Cave bei Asthma)


08

Sympathomimetikum

Indikation

  • Hypotonie

Kontraindikation

  • Hypertonie
  • Hyperthyreose
  • Phäochromozytom
  • Engwinkelglaukom
  • Mitralklappenstenose

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Pur: 0.5-1ml i.v. als Bolus (1/4-1/2 Ampulle)
    • Verdünnung: Aufziehen der 2-ml-Ampulle mit 8 ml NaCl (0,9 %) in 10-ml-Spritze→ 1-3 ml i.v. als Bolus

Besonderheiten

  • Wirkverstärkung bei Kombination mit anderen Sympathomimetika (z.B. Adrenalin)
  • Wirkabschwächung bei Kombination mit blutdrucksenkenden Medikamenten (z.B. Ramipril)
  • Intramuskuläre Injektion (i.m.) ist möglich

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: innerhalb 1 min
  • Wirkdauer: ca. 1 Std

Wirkung

  • Die Kombination von Theodrenalin und Cafedrin stimuliert verschiedene Adrenozeptoren im Körper
  • Das Kombinationspräparat wirkt auf β1- und β2-Rezeptoren sowie als Agonist auf Alpha-1-Rezeptoren.
    • Positiv inotrop (Kontraktilität ↑) über β-Agonismus
    • Vasokonstriktion über α1-Agonismus → Anstieg des Blutdrucks

Nebenwirkung

  • Tachykardie
  • Hypertonie
  • Angina pectoris


09

Klasse-III-Antiarrhythmikum, Kaliumkanalblocker

Indikation

  • Reanimation bei persistierendem Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie (pVT)
  • Symptomatische ventrikuläre Tachykardie

Kontraindikation

  • Im Rahmen der Reanimation KEINE Kontraindikationen!
  • Bradykardie
  • Jodallergie
  • Hyperkaliämie
  • Schwangerschaft/Stillzeit
  • QT-Verlängerung
  • Kardiomyopathie
  • Gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern
  • Schilddrüsenerkrankungen

Dosierung

  • Reanimation Erwachsene (als)
    • Kammerflimmern/pVT: 300mg i.v. (Bolus) nach der 3. Defibrillation, Wiederholung mit 150mg i.v. (Bolus) nach der 5. Defibrillation möglich
  • Reanimation Kinder (PALS):
    • 5mg/kgKG i.v. nach der 3. Defibrillation (maximal 300mg)
    • 5mg/kgKG i.v. nach der 5. Defibrillation (maximal 150mg)
  • Symptomatische ventrikuläre Tachykardie (in 5%-iger Glukoselösung)

Besonderheiten

  • Außerhalb der Reanimation: langsame i.v.-Gabe in einer 5%-igen Glukoselösung!
  • Kontinuierliche EKG-Kontrolle, um pathologische Veränderungen (z.B. QT-Verlängerungen, Torsade-de-pointes-Tachykardien) früh zu detektieren
  • Vormedikation beachten!
  • Cave: Amiodaron wirkt als CYP3A4-Inhibitor. Eine Kombination mit einem Statin, welches über CYP3A4 verstoffwechselt wird, kann zur Rhabdomyolyse führen !

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 2-5 min (Wirkmaximum nach 15 min)
  • Wirkdauer: ca. 4 Std (Reichert sich im Fettgewebe an und verbleibt mehrere Wochen im Körper)

Wirkung

  • Amiodaron blockiert repolarisierende Kalium-Kanäle am Herzen
  • Hierdurch kommt es zu einer Verbreitung des Aktionspotenzials und zu einer Verlängerung der Refraktärzeit → Unterbrechung von Reentry-Kreisläufen

Nebenwirkung

  • Nebenwirkungen treten insbesondere bei langdauernder Gabe auf!
  • Bradykardie
  • Hypotonie
  • Hyper- oder Hypothyreose
  • Übelkeit
  • QT-Verlängerung
  • Akute Leberfunktionsstörung (erhöhte Transaminasen)


10

Klasse-Ib-Antiarrhythmikum, Natriumkanalblocker

Indikation

  • Reanimation, wenn kein Amiodaron vorhanden
  • Ventrikuläre Tachykardie
  • Lokalanästhesie bei intraossärer Punktion (Erwachsene)

Kontraindikation

  • Im Rahmen eienr Reanimation KEINE Kontraindikationen!
  • Überempfindlichkeit
  • AV-Block II und III, sofern kein Herzschrittmacher vorhanden ist

Dosierung

  • Reanimation Erwachsene (ALS):
    • Kammerflimmern/pVT: 100 mg i.v. nach der 3. Defibrillation, Wiederholung mit 50 mg i.v. nach der 5. Defibrillation möglich
  • Ventrikuläre Tachykardie
    • Initial als Bolus: 50-100 mg i.v. (1-1,5 mg/kgKG)
    • Bei fehlender Wirkung: Wiederholung nach 5-10 min
  • Lokalanästhesie bei intraossärer Punktion (Erwachsene)
    • Initial: 40 mg/2 ml Lidocain
    • Anschließend: 20 mg/1ml Lidocain

Besonderheiten

  • Die Verwendung von Lidocain als Lokalanästhetikum bei intraossärer Punktion wird bei Kindern nicht empfohlen!
  • Bei Lokalanästhesie-Intoxikation: Intravenöse Gabe von einer 20%-igen Lipidläsung ("lipid rescue")
    • Initial: 1,5 ml/kgKG als Bolus
    • Anschließend: Infusion von 0,25 ml/kgKG/min über 20 min

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 1-3 min
  • Wirkdauer: 15-30 min

Wirkung

  • Die Klasse-I-Antiarrhythmika sind von den Lokalanästhetika abgeleitet
  • Sie blockieren die schnellen Natrium-Kanäle
    → Hierdurch wird ein größerer Reiz notwendig, um ein Aktionspotenzial auszulösen
    → Die Herzmuskelzellen sind somit weniger erregbar und es dauert länger, bis eine Zelle erneut erregt werden kann

Nebenwirkung

  • Bradykardie
  • AV-Blockierungen
  • Schwindel, Verwirrtheit
  • Übelkeit
  • Krampfanfall


11

Anticholinergikum, Parasympatholytikum

Indikation

  • Hämodynamisch relevante Bradykardie
  • Vergiftung mit Alkylphosphaten
  • Überdosierung von Parasympathomimetika (z.B. Physostigmin)

Kontraindikation

  • Im Notfall besteht keine Kontraindikation
  • Engwinkelglaukom
  • Tachykardie
  • Myasthenia gravis
  • Paralytischer Ileus

Dosierung

  • Hämodynamisch relevante Bradykardie (Erwachsene)
    • Initial: 0.5mg i.v. (maximal 3mg)
  • Antidot bei Vergiftung mit Alkylphosphaten
    • Initiale Testdosis:
      • Erwachsene: 1mg i.v.
      • Kinder 0.01mg/kgKG i.v.
    • Wenn nach Testdosis keine Tachykardie, Mundtrockenheit oder Mydriasis auftriff, erneute Atropingabe
      • Erwachsene: 5mg i.v.
      • Kinder: 0.1mg/kgKG i.v.

Besonderheiten

  • Bei starken Intoxikationen kann eine Dosis von über 100 mg notwendig sein
  • Kontinuierliche EKG-Überwachung: eingeschränkte Wirksamkeit bei AV-Block II (Mobitz) und AV Block III, da Störung unterhalb des His-Bündels
  • Wirkverstärkung bei Kombination mit anticholinergen wirkenden Medikamenten (z.B. trizyklischen Antidepressive, H1-Antihistaminika wie Clemastin, Antipsychotika)
  • Antidot: Physostigmin

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 1-2 min
  • Wirkdauer: 1-2 Std

Wirkung

Atropin ist ein kompetitiver AAntagonist an den muskarnergen Acetylcholinrezeprotren (Anticholinergikum/Parasympatholytikum) → und die Wirkung des Sympathikus überwiegt

Nebenwirkung

  • Mydriasis
  • Tachykardie
  • Verwirrtheit
  • Mundtrockenheit
  • Flush
  • Blasenentleerungsstörung
  • Reduzierte Schweißbildung (trockene Haut)


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Mineralstoff, Antiarrhythmikum

Indikation

  • Torsades-de-Pointes-Tachykardie
  • Asthma bronchiale
  • Präeklampsie, Eklampsie

Kontraindikation

  • Bradykardie
  • AV-Block
  • Nierenschädigung mit Anurie
  • Exsikkose

Dosierung

  • Torsades-de-Pointes-Tachykardie (Erwachsene)
    • 2g (8 mmol/l) i.v. über 10-15
  • Asthma bronchiale (Erwachsene)
    • 2g (8 mmol/l) i.v. über 20min, wenn die Initialetherapie keine Wirkung gezeigt hat
  • Präeklampsie, Eklampsie (Erwachsene)
    • 2-4g (8-16mmol/l) i.v. über 5-15min

Besonderheiten

  • Langsame intravenöse Gabe reduziert das Auftreten von Nebenwirkungen → Eine schnelle i.v. Gabe kann zu einem Flush, Übelkeit und Schwindel führen
  • Wirkabschwächung bei gleichzeitiger Gabe von Calcium
  • Wirkverstärkung bei Kombination mit Muskelrelaxantien (z.B. Rocuronium)
  • Keine Kombination mit Barbituraten, Narkotika, Hypnotika wegen des erhöhten Risikos einer Atemdepression.

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: sofort
  • Wirkdauer: ca. 30 min

Wirkung

  • Magnesium ist ein Mineralstoff, der als physiologischer Calcium-Antagonist wirkt und dadurch eine membranstabilisierende Wirkung am Herzen hat
  • Darüber hinaus führt Magnesium in höheren Dosen zu einer Entspannung der glatten Muskulatur → Dadurch wirkt es bronchodilatierend

Nebenwirkung

  • Bradykardie
  • Hypotonie
  • Atemstörung bis hin zur Atemdepression
  • Hypermagnesiämie
  • Übelkeit
  • Flush
  • Wehenhemmung (Tokolyse)


13

Thrombozytenaggregationshemmer, Analgetikum

Indikation

  • Akutes Konorarsyndrom (STE-ACS, NSTE-ACS)
  • Akuter Migräneanfall

Kontraindikation

  • Akute Blutungen (GI-Trakt, Hirnblutungen)
  • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung
  • Überempfindlichkeit/Allergie gegen ASS, Salicylate oder NSAR
  • Schwangerschaft (3. Trimenon)

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Akutes Koronarsyndrom: 250 mg oral oder i.v.
    • Akuter Migräneanfall: 1000 mg oral oder i.v.

Besonderheiten

  • Wirkabschwächung, wenn NSAR vor ASS eingenommen wird!
  • Wirkverstärkung bei Kombination mit anderen gerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Heparin, Phenprocoumon) → Erhöhtes Blutungsrisiko
  • Bei Kindern (<12. Lebensjahr) keine ASS-Gabe bei viralem Infekt → Gefahr eines Reye-Syndroms
  • Die Kombination von ASS mit Prednisolon erhöht das Risiko für Magen-Darm-Ulzera

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 2-5 min (bei i.v.-Gabe)
  • Wirkdauer:
    • Thrombozytenaggregationshemmung für ca. 7-11 Tage
    • Analgesie: 6-8 Std

Wirkung

  • Acetylsalicylsäure hemmt die Cyclooxygenase 1 und 2 irreversibel
    • COX1: Hemmung der Thromboxan-Synthese der Thrombozyten
      → Thromboxan kann nicht resynthetisiert werden
      → Daher Thrombozytenaggregationshemmung für 7-11 Tage
    • COX2: Hemmung der Prostacyclin-Synthese des Endothels
      → Prostacyclin kann resynthetisiert werden
      → Analgetischer, antipyretischer Effekt (fiebersenkend) für 6-8 Stunden

Nebenwirkung

  • Erhöhtes Blutungsrisiko (z.B. bei Operationen)
  • GI-Beschwerden (Sodbrennen, Übelkeit, Bauchschmerzen)
  • Analgetika-Asthma durch vermehrte Leukotrien-Bildung
  • Reye-Syndrom: bei Kindern (<12. LJ) mit viralem Infekt und ASS-Einnahme
  • ASS-Unverträglichkeit (Morbus Widal, Morbus Samter)
  • Magen- und Darmulzera
  • Verschlechterung der Nierenfunktion


14

Antikoagulans

Indikation

  • Akutes Koronarsyndrom (STE-ACS, NSTE-ACS)
  • Lungenarterienembolie
  • Arterielle oder venöse Gefäßverschlüsse

Kontraindikation

  • Vorliegen einer HIT (Heparininduzierte Thrombozytopenie)
  • Blutungsneigung
  • Akute Blutung (z.B. Hirnblutung, frische Traumata, Ulkus)

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Akutes Koronarsyndrom und Gefäßverschlüsse: 70-100 IE/kgKG als Bolus i.v. (maximal 5.000 IE)
    • Lungenarterienembolie: 100 IE/kgKG i.v. (5000-7500 IE i.v.)

Besonderheiten

  • Wirkverstärkung bei Kombination mit anderen gerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. ASS, Phenprocoumon, Alteplase.) → Erhöhtes Blutungsrisiko
  • Heparin kann während der Schwangerschaft/Stillzeit verwendet werden (nicht plazentagängig, kein Übertritt in die Muttermilch)
  • Bei starken Blutungen: Heparin kann durch Protamin antagonisiert werden

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: sofort
  • Wirkdauer: ca. 4 Std

Wirkung

Heparin bindet an Antithrombin III und verstärkt dessen natürliche Wirkung um das Tausendfache
→ Dadurch werden die Gerinnungsfaktoren Xa und IIa (Thrombin) gehemmt
→ Hemmung der sekundären Hämostase ((Blutgerinnungshemmung))

Nebenwirkung

  • Erhöhtes Blutungsrisiko (z.B. bei Operationen)
  • Allergische Reaktionen
  • Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT)
  • Lokale Reaktion an der Injektionsstelle (z.B. Rötungen, Hämtome)


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Antifibrinolytikum

Indikation

  • Akute innere oder äußere Blutung (Polytrauma, hämorrhagischer Schock) bei Therapiestart <3 Std
  • Lokaltherapie bei Nasenbluten (Epistaxis)

Kontraindikation

  • Akute venöse oder arterielle Thrombosen/li>
  • Verbrauchskoagulopathie (DIC)
  • Schwere Nierenfunktionsstörung
  • Krampfanfälle in der Anamnese

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Akute innere oder äußere Blutung: 1 g i.v. als Kurzinfusion über 10 min (in 100 ml NaCl 0,9 %)
    • Lokaltherapie bei Nasenbluten: 0,5 g/5 ml pro Nasenloch in Tamponade

Besonderheiten

  • Eine möglichst frühe Gabe erhöht die Überlebenschancen (Therapiestart <3 Std)
  • Die Applikation sollte als langsame i.v. Kurzinfusion erfolgen (maximal 1 ml/min)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 2-5 min
  • Wirkdauer: 5-8 Std

Wirkung

  • Tranexamsäure hemmt die Fibrinolyse und verhindert so den Abbau von Fibrin durch Plasmin
  • Dieser Mechanismus vermindert die Fähigkeit des Körpers, Blutgerinnsel aufzulösen und unterstützt so die körpereigene Blutgerinnung (Hämostase)

Nebenwirkung

  • Erhöhtes Risiko für Thrombosen und Embolien
  • Sehstörungen
  • Krampfanfälle
  • Übelkeit
  • Hypotonie (insbesondere nach zu schneller i.v.-Gabe)


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Hämostatikum

Indikation

  • Unstillbare äußere Blutungen

Kontraindikation

  • Im Notfall keine Kontraindikationen

Dosierung

  • Medikamentenbeschichtete Gaze (Z-förmig gefaltet)

Besonderheiten

  1. Wunde reinigen
  2. Identifikation der Blutungsquelle
  3. Gaze in Kugelform bringen und auf Blutungsquelle pressen
  4. Vollständige Tamponade der Wundhöhle mit weiteren Gaze-Kompressen
  5. Kompression für mindestens 1 min/li>
  • Transport so schnell wie möglich einleiten

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 1 min
  • Wirkdauer: bis zur Entnahme der Gaze

Wirkung

Chitosan bewirkt durch seine positive Ladung, dass die negativ geladenen Gerinnungsproteine und Zellmembranen von Blutzellen angezogen werden → Dadurch wird die Bildung von Blutgerinnseln an der Verletzungsstelle gefördert und die Blutstillung bei starken äußeren Blutungen unterstützt

Nebenwirkung

  • Keine Nebenwirkungen oder Allergien bekannt


17

β2-Sympathomimetikum

Indikation

  • Bronchiale Obstruktion
    • Asthma bronchiale
    • COPD
    • Anaphylaxie mit bbronchialer Obstuktion

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Tachykardie >150 Schlägen/min

Dosierung

  • Erwachsene: 2,5-5 mg inhalativ (über O2-Verneblermaske)
    • Oft ergänzt durch 0,25-0,5 mg Ipratropiumbromid inhalativ
  • Kinder: 0,5 mg/Lebensjahr inhalativ (maximal 2,5 mg)

Besonderheiten

  • Wirkverstärkung bei Kombination mit anderen Sympathomimetika (z.B. Adrenalin)
  • Wirkabschwächung bei Kombination mit Betablockern (z.B. Metoprolol)
  • Cave: die Kombination von Salbutamol mit Diuretika (z.B. Furosemid) kann zu einer ausgeprägten Hypokaliämie führen!
  • Höhere Dosierungen führen zu einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen ohne zusätzliche Bronchodilatation.

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: innerhalb 1 min
  • Wirkdauer: ca. 4 Std

Wirkung

  • Salbutamol wirkt über eine Aktivierung der β2-Adrenozeptoren
  • Es gehört zu der Gruppe der SABA (Short-acting-beta-2-Agonisten).
    → Die Stimulation der β2-Rezeptoren der Lunge führt zu einer Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur (Bronchodilatation/Bronchospasmolyse)
    → Hemmung der Histamin-Freisetzung
    → Verbesserung der mukozilliären Clearance

Nebenwirkung

  • Kopfschmerzen
  • Tremor
  • Unruhe
  • Hyperglykämie
  • Hypokaliämie
  • Tachykardie
  • Wehenhemmung (Tokolyse)


18

Anticholinergikum, Parasympatholytikum

Indikation

  • Bronchiale Obstruktion
    • Asthma bronchiale
    • COPD
    • Anaphylaxie mit bronchialer Obstruktion

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Kritische Indikationsstellung:
    • Engwinkelglaukom
    • Blasenentleerungsstörung
    • Paralytischer Ileus

Dosierung

  • Erwachsene:: 0,5 mg inhalativ (maximal 2 mg/Tag)
    • Ergänzend zu: 2,5-5 mg Salbutamol inhalativ
  • Kinder:
    • 0-5 Jahre: 0,125-0,25 mg inhalativ (maximal 1 mg/Tag)
    • 6-12 Jahre: 0,25 mg inhalativ (maximal 1 mg/Tag)

Besonderheiten

  • Erst SABA (z.B. Salbutamol) dann SAMA vernebeln
  • Durch die Verneblung kann Ipratropiumbromid in die Augen gelangen → Sehstörungen, erhöhtes Risiko für ein Engwinkelglaukom
  • Paradoxe Bronchospasmen möglich: sofortige Beendigung der Ipratropium- bromid-Gabe und Therapie mit Salbutamol
  • Wirkverstärkung bei Kombination mit anderen Anticholinergika (z.B. Atropin)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: innerhalb 1 min
  • Wirkdauer: ca. 4-6 Std

Wirkung

  • Ipratropiumbromid ist ein Anticholinergikum, das als kompetitiver Antagonist an den muskarinergen Acetylcholinrezeptoren wirkt
  • Es gehört zur Gruppe der SAMA (Short-acting muscarinic-antagonist)
    → Diese Blockade führt zur Entspannung der glatten Muskulatur in den Bronchien, was als Bronchodilatation oder Bronchospasmolyse bezeichnet wird

Nebenwirkung

  • Kopfschmerzen
  • Tachykardie
  • Mundtrockenheit
  • Harnretention
  • Verstopfung
  • Augenschmerzen, Sehstörungen, erhöhter Augeninnendruck
  • Allergische Reaktionen


19

β2-Sympathomimetikum

Indikation

  • Bronchiale Obstruktion
    • Asthma bronchiale
    • COPD
    • Anaphylaxie mit bronchialer Obstruktion

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Hyperthyreose
  • Phäochromozytom
  • Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie

Dosierung

  • Erwachsene: 0,09 mg i.v. über 0,5-1 min (ggf. Wiederholung nach 10-15 min)
  • Kinder (ab 3. Lebensmonat): 1 μg/kgKG i.v. über 10 min

Besonderheiten

  • Wirkverstärkung bei Kombination mit anderen Sympathomimetika (z.B. Adrenalin)
  • Wirkabschwächung bei Kombination mit Betablockern (z.B. Metoprolol)/li>
  • Die Anwendung von Reproterol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: innerhalb 1 min
  • Wirkdauer: ca. 4 Std

Wirkung

  • Reproterol wirkt über eine Aktivierung der β2-Adrenozeptoren
  • Es gehört zu der Gruppe der SABA (Short-acting-beta-2-Agonisten)
    → Die Stimulation der →2-Rezeptoren der Lunge führt zu einer Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur (Bronchodilatation/Bronchospasmolyse)
    → Hemmung der Histamin-Freisetzung
    → Verbesserung der mukozilliären Clearance

Nebenwirkung

  • Kopfschmerzen
  • Tremor
  • Unruhe
  • Hyperglykämie
  • Hypokaliämie
  • Tachykardie


20

Glukokortikoid

Indikation

  • Bronchiale Obstruktion
  • Anaphylaxie
  • Pseudokrupp
  • V.a. Addison-Krise (akute Nebenniereninsuffizienz)

Kontraindikation

  • Im Notfall keine Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit

Dosierung

  • Bronchiale Obstruktion (Erwachsene): 50 mg i.v.
    • Beim Status asthmaticus: 100 mg i.v.
  • Anaphylaxie (Erwachsene): 250 mg i.v. (maximal 1000 mg i.v.)
  • Kinder: Bronchiale Obstruktion, Anaphylaxie, Pseudokrupp:
    • 2-5 mg/kgKG i.v.
    • Rektal: 100 mg
  • V.a. Addison-Krise: 25 mg i.v./i.o. oder 100 mg rektal

Besonderheiten

  • Aufgrund der vergleichsweise langen Anschlagzeit, sollte eine Gabe frühzeitig erfolgen
  • Strenge Indikationsstellung bei: akuten Infektionen, schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, schlecht eingestelltem Hypertonus, Glaukom
  • Wirkverstärkung bei Kombination mit Sympathomimetika

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 10-30 min (nach i.v.-Gabe)
  • Wirkdauer: 12-36 Std

Wirkung

  • Prednisolon ist ein Glukokortikoid mit entzündungshemmender, antiallergischer, antiödematöser und immunsuppressiver Wirkung
  • Außerdem hat es eine initiale (innerhalb von Minuten) membranstabilisierende Wirkung
  • Davon zu unterscheiden sind Langzeiteffekte auf die Genexpression (innerhalb von Stunden).

Nebenwirkung

  • Hypertonie
  • Hyperglykämie
  • Magen-Darm-Ulzera
  • Osteoporose
  • Sehstörungen


21

H1-Antihistaminikum

Indikation

  • Allergische Reaktionen
  • Anaphylaxie

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Alter <1 Jahr

Dosierung

  • Erwachsene: 2 mg i.v.
  • Kinder >1 Jahr: 0,03 mg/kgKG i.v über 2 min (langsame Injektion).

Besonderheiten

  • Im Falle einer Anaphylaxie darf durch die Gabe von H1-Antihistaminika die Verabreichung von Adrenalin nicht verzögert werden!
  • Bei H1-Antihistaminika können anticholinerge Effekte auftreten
    → Kritische Indikation bei Engwinkelglaukom, Darmobstruktion, Prostatahypertrophie, Schwangerschaft
  • Clemastin wirkt im Vergleich zu Dimetinden weniger sedierend
  • Verstärkte Sedierung bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol oder zentral wirkender Pharmaka (z.B. Benzodiazepine, Opioide, Antidepressiva)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: rasch
  • Wirkdauer: ca. 12 Std

Wirkung

  • Clemastin ist ein kompetitiver Antagonist am H1-Histaminrezeptor.
    → Reduziert die allergische Bronchokonstriktion
    → Reduziert die erhöhte Gefäßpermeabilität
  • Aufgrund der Lipophilie besitzt es ebenfalls eine zentral sedierende Wirkung

Nebenwirkung

  • Sedierung
  • Mundtrockenheit
  • Obstipation
  • Kopfschmerzen
  • Bei Kindern: Erregungszustände


22

H1-Antihistaminikum

Indikation

  • Allergische Reaktionen
  • Anaphylaxie

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Alter <1 Jahr

Dosierung

  • Erwachsene: 4 mg i.v. (0,1 mg/kgKG)
  • Kinder >1 Jahr: 0,1 mg/kgKG i.v

Besonderheiten

  • Im Falle einer Anaphylaxie darf durch die Gabe von H1-Antihistaminika die Verabreichung von Adrenalin nicht verzögert werden!
  • Bei H1-Antihistaminika können anticholinerge Effekte auftreten
    → Kritische Indikation bei Engwinkelglaukom, Darmobstruktion, Prostatahypertrophie, Schwangerschaft
  • Dimetinden wirkt im Vergleich zu Clemastin stärker sedierend
  • Verstärkte Sedierung bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol oder zentral wirkender Pharmaka (z.B. Benzodiazepine, Opioide, Antidepressiva)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 15-20 min
  • Wirkdauer: ca. 12 Std

Wirkung

  • Dimetinden ist ein kompetitiver Antagonist am H1-Histaminrezeptor.
    →Reduziert die allergische Bronchokonstriktion
    →Reduziert die erhöhte Gefäßpermeabilität
  • Aufgrund der Lipophilie besitzt es ebenfalls eine zentral sedierende Wirkung

Nebenwirkung

  • Sedierung
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Bei Kindern: Erregungszustände


23

NSAR, Analgetikum

Indikation

  • Leichte bis mittelstarke Schmerzen
  • Fiebersenkung

Kontraindikation

  • Gastrointestinale Blutungen unter NSAR-Einnahme
  • Aktive Blutungen
  • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • Ausgeprägte Dehydratation (bei Diarrhoe, Erbrechen, geringe Flüssigkeitsaufnahme)
  • Schwangerschaft (3. Trimenon)

Dosierung

  • Erwachsene: 200-400 mg p.o. (maximal 1200 mg/Tag)
  • Kinder: 10 mg/kgKG p.o. als Saft (maximal 30 mg/kgKG/Tag)

Besonderheiten

  • 1. Wahl im Kindesalter
  • Wirkabschwächung von ASS, wenn Ibuprofen vor ASS eingenommen wird!
  • Um Nebenwirkungen zu minimieren, sollte die niedrigste Dosis zur Symptomkontrolle über einen möglichst kurzen Zeitraum verabreicht werden (Tageshöchstdosis beachten!)
  • Die Kombination mit anderen NSAR sollte vermieden werden (Vormedikation beachten)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 15 min (p.o.)
  • Wirkdauer: 6-8 Std

Wirkung

  • Ibuprofen, ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR), wirkt durch reversible Hemmung der Cyclooxygenase-Enzyme (COX-1 und COX-2)
  • Dies führt zur Hemmung der Prostaglandinsynthese
    → Verminderung der prostaglandinvermittelten Entzündungsreaktion (antiinflammatorisch), der Schmerzempfindung (analgetisch) und des Fiebers (antipyretisch).

Nebenwirkung

  • Magen-Darm-Beschwerden (Bauchschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit)
  • Magen-Darm-Ulzera
  • Nierenschädigung
  • Allergische Reaktionen (Juckreiz, Ausschläge, asthmaähnliche Anfälle)


24

Analgetikum, Antipyretikum

Indikation

  • Leichte bis mittelstarke Schmerzen
  • Fiebersenkung

Kontraindikation

  • Schwere Leberinsuffizienz
  • Überempfindlichkeit

Dosierung

  • Erwachsene: 1000 mg i.v. (Infusion)
  • Kinder:
    • Alter 6 Monate - 2 Jahre (7-12 kgKG): 125 mg rektal
    • Alter 2-8Jahre (13-25 kgKG): 250 mg rektal
    • Alter >8 Jahre (>26 kgKG): 500 mg rektal
    • Alter >12 Jahre (>43 kgKG): 1000 mg rektal

Besonderheiten

  • 1. Wahl bei Schwangerschaft und Neugeborenen
  • Im Rettungsdienst in der Regel bei Kindern rektale Anwendung als Zäpfchen (Suppositorium/supp.)
  • Tageshöchstdosis von maximal 60 mg/kgKG sollte auf keinen Fall überschritten werden
  • Mindestens 6 bis 8 Stunden Abstand bis zur Anwendung des nächsten Zäpfchens
  • Antidot: Acetylcystein

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 15 min
  • Wirkdauer: 4-6 Std

Wirkung

  • Der genaue Wirkmechanismus von Paracetamol ist noch nicht vollständig geklärt
  • Er wird aber hauptsächlich mit einer Hemmung der zentralen Prostaglandinsynthese im Gehirn in Verbindung gebracht
  • Daraus resultieren schmerzstillende (analgetische) und fiebersenkende (antipyretische) Effekte

Nebenwirkung

  • Allergische Reaktionen
  • Blutbildveränderungen
  • Bei Überdosierung: Leber- und Nierentoxisch


25

Analgetikum

Indikation

  • Starke Schmerzen
  • Koliken
  • Hohes Fieber

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Hypotonie
  • Blutbildungsstörungen
  • Säuglinge <5 kgKG oder <3 Monate
  • Schwangerschaft (3. Trimenon)

Dosierung

  • Erwachsene (ab 15 Jahre): 500-1000 mg i.v. (langsame Injektion oder als Kurzinfusion über 15 min, maximal 4 g/Tag)
  • Kinder <15 Jahre: 8-16 mg/kgKG i.v.

Besonderheiten

  • Schnelle i.v.-Gabe kann Blutdruckabfall auslösen
  • Bei Koliken: verstärkte spasmolytische Wirkung bei Kombination von Butylscopolamin mit Metamizol
  • Tipp: Vor der Gabe über die seltene Nebenwirkung der Agranulozytose aufklären
    → Bei Fieber, Halsschmerzen, Erosionen der Mundschleimhaut sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf die Metamizol-Gabe verwiesen werden

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: innerhalb von 5 min
  • Wirkdauer: 3-5 Std

Wirkung

  • Der genaue Wirkmechanismus von Metamizol ist noch nicht vollständig geklärt
  • Er wird aber hauptsächlich mit einer Hemmung der zentralen Prostaglandinsynthese im Gehirn in Verbindung gebracht
  • Es wirkt schmerzstillend (analgetisch), fiebersenkende (antipyretisch) und spasmolytisch (krampflösend)

Nebenwirkung

  • Agranulozytose
  • Blutdruckabfall (bei i.v.-Gabe)
  • Hautreaktionen
  • Allergische Reaktionen


26

Opioid-Analgetikum

Indikation

  • Starke bis stärkste Schmerzen

Kontraindikation

  • Schwere Lungenfunktionsstörung (z.B. Asthma, COPD)
  • Atemdepression mit Hypoxie oder Hyperkapnie
  • Gastrointestinale Passagestörungen (z.B. akutes Abdomen, paralytischer Ileus)
  • Erhöhter Hirndruck
  • Einnahme von MAO-Hemmern in den letzten 14 Tagen (z.B. Rasagelin)

Dosierung

  • Erwachsene: 2 mg i.v. (Wiederholung alle 2 min bis Wirkeintritt, maximal 10 mg)
  • Kinder: 25-50 μg/kgKG i.v. (Wiederholung bis Wirkeintritt, maximal 100 μg/kgKG)

Besonderheiten

  • Langsame i.v.-Gabe zur Verringerung von Nebenwirkungen
  • Morphin gilt als Betäubungsmittel: die Anwendung muss eindeutig dokumentiert werden (BtM-Buch)
  • Bei Atemdepression:
    • Kommandoatmung (Atemkommandos geben)
    • Sauerstoffgabe
    • Assistierte Beatmung
  • Antidot: Naloxon (Cave: Rebound durch kürzere HWZ, siehe Naloxon)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: innerhalb von 5 min
  • Wirkdauer: 4-5 Std

Wirkung

  • Morphin wirkt über einen Agonismus an den Opioidrezeptoren
  • Dies führt zur zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung
  • Morphin senkt die Vor- und Nachlast am Herzen

Nebenwirkung

  • Sedierung
  • Atemdepression
  • Miosis
  • Mediatorfreisetzung → Histamin
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypotonie
  • Obstipation
  • Anstieg des Hirndrucks
  • Thoraxrigidität (bei schneller i.v.-Gabe)


27

Opioid-Analgetikum

Indikation

  • Starke bis stärkste Schmerzen
  • Narkose

Kontraindikation

  • Fehlende Möglichkeit zur Beatmung
  • Überempfindlichkeit
  • Erhöhter Hirndruck
  • Einnahme von MAO-Hemmern
  • Kinder <2 Jahre

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Analgesie: 50-100 μg i.v.
    • Narkoseeinleitung: 2-4 μg/kgKG i.v.
    • Aufrechterhaltung: 1-2 μg/kgKG i.v. (Bolusgabe) oder 1-5 μg/kgKG/Std i.v.(kontinuierliche Gabe)
  • Kinder: 1-3 μg/kgKG

Besonderheiten

  • Langsame i.v.-Gabe zur Verringerung von Nebenwirkungen
  • Fentanyl gilt als Betäubungsmittel: die Anwendung muss eindeutig dokumentiert werden (BtM-Buch)
  • Bei Atemdepression:
    • Bei Atemdepression:
    • Sauerstoffgabe
    • Assistierte Beatmung
  • Antidot: Naloxon (Cave: Rebound durch kürzere HWZ, siehe Naloxon)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 2 min
  • Wirkdauer: ca. 30 min (Kontextsensitive Halbwertszeit: wiederholte Gabe führt zu einer verlängerten Wirkdauer)

Wirkung

  • Fentanyl wirkt über einen Agonismus an den Opioidrezeptoren
  • Dies führt zur zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung
  • Die analgetische Potenz von Fentanyl ist etwa 100-mal höher als die von Morphin

Nebenwirkung

  • Sedierung
  • Atemdepression
  • Miosis
  • Mediatorfreisetzung → Histamin
  • Übelkeit und Erbrechen/li>
  • Hypotonie/li>
  • Obstipation/li>
  • Anstieg des Hirndrucks
  • Thoraxrigidität (bei schneller i.v.-Gabe)


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Opioid-Analgetikum

Indikation

  • Starke bis stärkste Schmerzen
  • Narkose

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Krankheitszustände, bei denen eine Atemdepression vermieden werden muss

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Analgesie: 5-10 μg i.v.
    • Narkoseeinleitung: 0,2-0,5 μg/kgKG i.v.
    • Aufrechterhaltung: 0,1-0,2 μg/kgKG i.v. (Bolusgabe) oder 0,3-1,5 μg/kgKG/Std i.v. (kontinuierliche Gabe)
  • Kinder: initial 0,3-2 μg/kgKG i.v. (bei Bedarf Wiederholung mit 0,1-1 μg/kgKG i.v.)

Besonderheiten

  • Langsame i.v.-Gabe zur Verringerung von Nebenwirkungen
  • Sufentanil gilt als Betäubungsmittel: die Anwendung muss eindeutig dokumentiert werden (BtM-Buch)
  • Bei Atemdepression:
    • Kommandoatmung (Atemkommandos geben)
    • Sauerstoffgabe
    • Assistierte Beatmung
  • Antidot: Naloxon (Cave: Rebound durch kürzere HWZ, siehe Naloxon)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 2 min
  • Wirkdauer: ca. 30 min (geringere Akkumulationsgefahr im Vergleich zu Fentanyl, geringere kontextsensitive Halbwertszeit)

Wirkung

  • Fentanyl wirkt über einen starken Agonismus an den Opioidrezeptoren
  • Dies führt zur zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung
  • Die analgetische Potenz von Sufentanil ist etwa 1000-mal höher als die von Morphin

Nebenwirkung

  • Sedierung
  • Atemdepression
  • Miosis
  • Mediatorfreisetzung → Histamin
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypotonie
  • Obstipation
  • Anstieg des Hirndrucks
  • Husten (bei schneller i.v.-Gabe)
  • Risiko eines serotonergen Syndroms


29

Opioid-Analgetikum

Indikation

  • Starke bis stärkste Schmerzen

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Koma
  • Atemdepression
  • Kinder <1 Jahr

Dosierung

  • Erwachsene: 7,5-15 mg i.v. (15-30 mg i.m.)
  • Kinder: 0,05-0,1 mg/kgKG i.v. (0,05-0,2 mg/kgKG i.m.)

Besonderheiten

  • Langsame i.v.-Gabe zur Verringerung von Nebenwirkungen
  • Piritramid gilt als Betäubungsmittel: die Anwendung muss eindeutig dokumentiert werden (BtM-Buch)
  • Bei Atemdepression:
    • Kommandoatmung (Atemkommandos geben)
    • Sauerstoffgabe
    • Assistierte Beatmung
  • Antidot: Naloxon (Cave: Rebound durch kürzere HWZ, siehe Naloxon)

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 5 min
  • Wirkdauer: ca. 6 Std.

Wirkung

  • Piritramid wirkt über einen Agonismus an den Opioidrezeptoren Dies führt zur zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung
  • Die analgetische Potenz von Piritramid ist etwa 0,7 im Vergleich zu Morphin

Nebenwirkung

  • Sedierung
  • Atemdepression
  • Miosis
  • Mediatorfreisetzung → Histamin
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypotonie
  • Bradykardie
  • Blässe
  • Vermehrtes Schwitzen


30

Injektionsanästhetikum

Indikation

  • Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie
  • Sedierung

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Kinder <3 Jahre
  • Patient:innen bis 16 Jahre zur Sedierung im Rahmen einer Intensivbehandlung

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Einleitung: 1,0-2,5 mg/kgKG i.v. (langsame Titration bis Wirkeintritt)
    • Aufrechterhaltung: 4-10 mg/kgKG/Std i.v.
    • Sedierung: 0,3-4,0 mg Propofol/kgKG/ Std i.v.
  • Kinder:
    • Einleitung: 2,5-4 mg/kgKG i.v. (langsame Titration bis Wirkeintritt)
    • Aufrechterhaltung: 9-15 mg/kgKG/Std i.v.

Besonderheiten

  • Fettreiche Propofol-Emulsion stellt einen guten Nährboden für Bakterien dar
    → Aufgrund der Kontaminationsgefahr sollte eine aufgezogene Spritze daher innerhalb weniger Stunden verbraucht werden
  • Nach Propofol-Gabe: kontinuierliche Überwachung
  • Durch Aufreinigung des Sojaöls werden Allergene nahezu vollständig entfernt
    → Trotz der Kontraindikation in der Fachinformation ist der Einsatz von Propofol bei entsprechenden Nahrungsmittelallergien (Sojaallergie, Hühnereiweißallergie) in der Regel unbedenklich

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 20 sek
  • Wirkdauer: ca. 8-10 min

Wirkung

  • Propofol wirkt als GABA(A/B)-Rezeptor-Agonist
  • GABA-Rezeptoren finden sich auf Nervenzellen und vermitteln eine hemmende Wirkung auf das ZNS
  • Es besitzt keine analgetische Wirkung (in Kombination mit einem Analgetikum verabreichen)

Nebenwirkung

  • Injektionsschmerz
  • Kreislaufdepression mit Hypotonie
  • Bradykardie
  • Myoklonien
  • Atemdepression
  • Propofol-Infusions-Syndrom bei langer Infusionsdauer >48 h (metabolische Azidose, Rhabdomyolyse, Arrhythmien)


31

Injektionsanästhetikum

Indikation

  • Allgemeinanästhesie ggf. in Kombination mit anderen Hypnotika
  • Analgosedierung
  • Analgesie

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit
  • Bluthochdruck (>180/100 mmHg)
  • Eklampsie und Präemklampsie
  • Schwangerschaft
  • Akutes Koronarsyndrom (ACS)

Dosierung

  • Erwachsene:
    • Analgesie/Analgosedierung
      • 0,125-0,25 mg/kgKG i.v.
      • 0,25-0,5 mg/kgKG i.m.
      • 0,5-1 mg/kgKG i.n.
    • Allgemeinanästhesie
      • Einleitung: 0,5-1 mg/kgKGi.v. oder 2-4 mg/kgKG i.m.
      • Aufrechterhaltung: halbe Initialdosis (alle 10 min)
  • Kinder:
    • Analgesie/Analgosedierung
      • 0,25 mg/kgKG i.v.
      • 0,5 mg/kgKG i.m.
      • 0,5-1 mg/kgKG i.n.
    • Allgemeinanästhesie
      • Einleitung: 1-2 mg/kgKG i.v. oder 2-4 mg/kgKG i.m.

Besonderheiten

  • „Dissoziative Anästhesie“, d.h. narkotische und analgetische Wirkung bei erhaltenen Schutzreflexen/Spontanatmung
  • Keine Kreislauf- oder Atemdepression (sympathomimetisch)
  • Esketamin besitzt eine große therapeutische Breite
  • Wegen der psychomimetischen Wirkung mit Albträumen kann eine Kombination mit einem angstlösenden Benzodiazepin (z.B. Midazolam) sinnvoll sein

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: ca. 1 min (i.v.-Gabe)
  • Wirkdauer: ca. 10-15 min (i.v.-Gabe)

Wirkung

  • Esketamin ist ein nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor
  • Weitere Effekte sind ein GABA(A)-Agonismus, die Reuptake-Inhibition von Katecholaminen und ein schwacher Agonismus an Opioidrezeptoren
  • Dadurch wirkt es sedierend, analgetisch, psychomimetisch und antidepressiv

Nebenwirkung

  • Sympathomimetisch
    • Herzfrequenzanstieg
    • Blutdruckanstieg
    • Bronchodilatation
    • Halluzinationen, Albträume
    • Erhöhte Bronchial- und Speichelsekretion
    • Übelkeit und Erbrechen


32

Depolarisierendes Muskelrelaxans

Indikation

  • Muskelrelaxans zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie
  • Rapid-Sequence-Induction (RSI)

Kontraindikation

  • Absolut:
    • Maligne Hyperthermie
    • Allergie
    • Gestörte Eliminierung durch atypische Cholinesterase
    • Fehlende Möglichkeit zur Beatmung
    • Muskelerkrankungen/Myopathien
  • Relavitv:
    • Bettlägerigkeit >48 Stunden oder Lähmungen
    • Vorhandensein von Hyperkaliämie
    • Verbrennung (14 bis 28 Tage)
    • Perforierte Augenverletzungen

Dosierung

Erwachsene/Kinder:

  • Einleitung: 1-1,5mg/kgKG i.v. oder 2-3mg/kgKG i.m.

Besonderheiten

  • Geeignet für Rapid-Sequence-Induction (RSI) durch schnellen Wirkungseintritt
  • Wegen der initialen Muskelkontraktion kann es zu einer erhöhung des Kaliums mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen kommen
  • Succinylcholin ist eine Triggersubstanz der malignen Hyperthermie (Frühesymptome: Anstieg des endexpiratorischen CO2, starre Kaumuskulatur, Tachykardie, Muskelsteife)
  • Nicht antagonisierbar

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 30-60sek
  • Wirkdauer: ca 6-8min

Wirkung

  • Succinylcholin ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans, das den nikotinergen Acetylcholinrezeptor an der motorischen Endplatte bindet und aktiviert
  • Diese Aktivierung führt zu einer Depolarisierung mit anfänglichen Muskelkontraktionen , gefolgt von einer anhaltenden muskulären Blockade („Depolarisationsblock“)

Nebenwirkung

  • Allergische Reaktionen
  • Muskelfaszikulationen
  • Hyperkaliämie
  • Anstieg des Hirndrucks
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Hypotonie
  • Herzrhythmusstörungen


33

Nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans

Indikation

  • Muskelrelaxans zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie
  • Rapid-Sequence-Induction (RSI)

Kontraindikation

  • Fehlende Möglichkeit zur Beatmung
  • Überempfindlichkeit

Dosierung

    Erwachsene
  • Einleitung: 0,6-1,0 mg/kgKG i.v.
  • Bei RSI: 1,0-1,2 mg/kgKG i.v.
    Kinbder
  • 0,6 mg/kgKG i.v.

Besonderheiten

  • Geeignet für Rapid-Sequence-Induction (RSI) durch schnellen Wirkungseintritt
  • Aufhebung der Muskelrelaxation mit Sugammadex (Enkapsulierung)
  • Ausscheidung überwiegend hepatisch -> Wirkverlängerung bei Leberinsuffizienz
  • Bei neuromuskulären Vorerkrankungen kann es zu einer verlängerten Wirkdauer kommen

Wirkeintritt/-dauer

  • Wirkeintritt: 60sek
  • Wirkdauer: ca 30-60min

Wirkung

  • Rocuronium ist ein nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans, das selektiv an die nikotinergen Acetylcholinrezeptoren der motorischen Endplatte bindet und diese blockiert (kompetitiver Antagonismus am nACh-Rezeptor)
  • Durch diese kompetitive Hemmung der Rezeptoren wird die Aktivierung der Muskelkontraktion durch Acetylcholin verhindert („Nicht-Depolarisationsblock“)

Nebenwirkung

  • Allergische Reaktionen
  • Reizung der Injektionsstelle
  • Hypotonie
  • Tachykardie


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